Wohin mit dem Spibaum?

Text und Foto Nine Nine Iwersen

So, Ruder nach Backbord, Groß rüber, Köpfe einziehen, Schot wieder ganz auffieren, Spi zur Luvseite schön weit rauswerfen, versuchen, die Spischot zu fassen, um den sperrigen Spibaum einzupicken. Dann den Topnant vom Mast nehmen und ihn am Spibaum festmachen, dann das andere Ende vom Spibaum am Mast befestigen. Hui, gar nicht so einfach, wenn der Spi schon Wind abbekommen hat. Dann noch daran denken, nicht über Bord zu gehen. So jetzt steht der Spi und den Kids steht der Schweiß auf der Stirn. Auch das noch, der Wind dreht und der Spi muss auf die andere Seite.

Vom Optisegeln her kennen die neuen 420er Seglerinnen und Segler eine Halse schon, aber mit so viel Tüdelüt und gefühlt eine Million Strippen und Klemmen?? Also Groß wieder rüber, wieder Köpfe einziehen, dann muss der Vorschoter irgendwie versuchen, den Spibaum zu packen und hier fängt die Schwierigkeit an, was kommt jetzt? Was will der Mensch auf dem Trainerboot eigentlich?

Ach, irgendwie war`s im Opti doch ganz schön. Irgendwie gechillter.

Aber dann klappt es mit einigen Versuchen und Tipps doch und auf einmal läuft`s richtig schnell, der Spi steht, der 420er geht ab und das Grinsen der eben total gestressten Kinder wird immer breiter. Doch irgendwie cooler als so`n Opti.

 

Dieses mussten sich die Jungs und Mädchen wohl am vergangenen Trainings-Wochenende in Borgwedel wohl gedacht haben als sie zum ersten Mal im 420er saßen. Zum Glück war das Wetter toll und am ersten Tag nur wenig Wind. So konnten die Anfänger mit Einzelcoachings durch Hansi und Martin konzentriert bis zum Abwinken alle Manöver durchspielen. Es wurde eine Regattabahn ausgelegt und mehrmals abgesegelt. Von den Schlauchbooten aus gab es dann mittags die Lunchpakete und es durfte etwas gechillt werden. Danach wurde eine längere Strecke Richtung Schleswig gesegelt. Hin wurde gekreuzt und zurück der Spi gesetzt, das ging ja nun.

Leider war zu wenig Wind, um das Trapez auszuprobieren. Worüber aber vielleicht auch einige doch froh waren. Ist ja doch etwas komisch, sich an so ein Ding zu hängen. Gehört schon Mut dazu. Aber vielleicht ist das auch richtig super?!  

 

Nach 7 Stunden Segeln ging es dann wieder in den Hafen. Die Boote wurden aufgeklart und der eine oder andere fühlte sich ein bisschen größer nach so einem Tag in so einem schnellen Boot. Nach anfänglichem Frust “Ich bin überfordert!!“ waren nun alle richtig gut drauf. Aber scheinbar auch etwas müde. Nach einem tollen Grillabend, bei dem sich alle ordentlich gestärkt haben, hörte man so gut wie nichts mehr von der Jugend. Das haben wir auch schon anders erlebt. Aber vielleicht waren sie auch nur clever und waren gar nicht im HauseJ.

Auf jeden Fall saßen sie am nächsten Morgen pünktlich um 8 Uhr am Frühstückstisch und konnten es kaum erwarten zu starten. Nachdem alle Klamotten (das ist bei dem riesigen Haufen an Neoprenschuhen, Trockenanzügen, Spraytops, Socken, Handschuhen, Rettungswesten, Ausreithosen auch nicht immer einfach) wieder gefunden wurden, ging es um 9 Uhr wieder auf`s Wasser.

Glücklicherweise nahm der Wind im Laufe des Vormittages zu und es konnte fleißig trainiert werden. Es wurden Tonnen ausgelegt und Regatta gesegelt. Der Start muss ja auch geübt werden und Vorfahrtsregeln sowieso. Eine Wettfahrt war besonders tricky, es gab die Vorgabe, vor dem Wind so viele Halsen unter Spi zu fahren, wie möglich. Einige wurden vom Ehrgeiz gepackt und wollten es echt wissen. Es begann ein Wettkampf zwischen den ganz „alten Hasen“. Die anderen Kids wurden jetzt auch mutiger und verloren auch nicht die Lust weiterzumachen als sie an der Lee-Tonne gerade die zweite Halse geschafft hatten. Zum Schluss ging es nochmal nur so aus Spaß auf die andere Seite der Schlei und unter Spi nach insgesamt 4 Stunden zurück zum Hafen. Gerade jetzt war der Wind so richtig schön und es lief richtig gut aber leider war die Zeit schon wieder um. Alles musste nun wieder für den Transport verpackt werden.

Es war ein schönes Wochenende und die neuen 420er Seglerinnen und Segler müssen sich jetzt leider bis zur nächsten Saison gedulden. Eines steht aber wohl fest, der Opti ist nicht mehr angesagt. 420er Segeln ist cooler!

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Ein Kommentar

  1. Monikade
    Am 25. September 2019 um 16:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nine, danke für den tollen Bericht und ja, es war ein tolles Wochenende!!!!!Danke allen wunderbaren Kindern und Eltern und Trainern, mit euch wird mir nicht bange um die Zukunft des Vereins und der Segelei!

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